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Auftrag und Kosten

Farbige Betonoberflächen und Putze im Handwerk mit Farbpigmenten

Stand · Redaktion wer-den.de

Sichtbeton, eingefärbter Estrich oder ein durchgefärbter Putz: Farbe im Baubereich muss mehr leisten als im Wohnzimmer. Sie ist Sonne, Regen, Frost und Reinigungsmitteln ausgesetzt und soll trotzdem über Jahre hinweg gleichmäßig aussehen. Ein Weg dazu ist, die Farbe nicht erst aufzutragen, sondern schon in den mineralischen Werkstoff einzubringen. Wie das funktioniert und was Handwerker dabei beachten sollten, erklärt dieser Beitrag.

Durchfärben oder Beschichten?

Bei mineralischen Oberflächen gibt es im Wesentlichen zwei Wege. Beim Beschichten wird auf den fertigen Untergrund eine Farbe aufgetragen. Beim Durchfärben wird das Pigment bereits in Beton, Mörtel, Estrich oder Putz eingemischt, sodass der Farbton im gesamten Querschnitt vorhanden ist. Der Vorteil des Durchfärbens: Kleine Kratzer und Abplatzer fallen weniger auf, weil darunter dieselbe Farbe liegt. Der Nachteil: Die Rezeptur muss exakt stimmen, und nachträgliche Korrekturen sind kaum möglich.

Welche Variante besser passt, hängt vom Objekt ab. Für Sichtbetonwände, Terrassenplatten, Pflastersteine oder Gartenmauern ist das Durchfärben üblich. Bei Bestandsfassaden, die nur neu gestaltet werden sollen, bleibt meist nur die Beschichtung.

Welche Farbpigmente sich für mineralische Werkstoffe eignen

Zement und Kalk sind stark alkalisch. Das stellt besondere Anforderungen an die Pigmente. Organische Farbmittel können in diesem Milieu ausbleichen oder den Farbton verändern. Deshalb kommen im Betonbau überwiegend anorganische Pigmente zum Einsatz, vor allem Eisenoxide in Gelb, Rot, Braun und Schwarz sowie Chromoxid für Grüntöne. Weiß wird meist mit Titandioxid erzielt. Wichtig ist, dass sie als alkalibeständig und lichtecht ausgewiesen sind.

Wer sich einen Überblick über das Angebot verschaffen will, findet bei Anbietern, die Farbpigmente führen, finden sich Produkte mit technischen Datenblättern, die Angaben zu Beständigkeit und Eignung für Zementsysteme enthalten. Diese Datenblätter sollte man vor der Verarbeitung lesen und zur Baustellendokumentation legen.

Dosierung und Mischung auf der Baustelle

Die Farbwirkung hängt nicht allein vom Pigment ab. Sie wird beeinflusst von

  • der Farbe des Zements (grauer Zement dämpft helle und leuchtende Töne, weißer Zement lässt sie klarer erscheinen),
  • dem Wasser-Zement-Verhältnis, denn mehr Wasser hellt die Oberfläche auf,
  • der Gesteinskörnung, etwa Sand oder Kies in unterschiedlichen Farben,
  • der Pigmentmenge, bezogen auf den Zementanteil.

Die Herstellerangaben nennen üblicherweise einen Dosierbereich in Prozent des Zementgewichts. Oberhalb einer Sättigungsgrenze wird die Farbe nicht mehr kräftiger, dafür kann die Festigkeit leiden. Pigmente sollten deshalb immer nach Gewicht dosiert werden, nicht nach Augenmaß oder Schaufeln.

Ebenso wichtig ist die Mischzeit. Pulverförmige Pigmente brauchen Zeit, um sich gleichmäßig zu verteilen. Bei zu kurzer Mischung entstehen Schlieren oder Farbnester. Praktisch bewährt hat sich, jede Charge gleich lang und nach demselben Ablauf zu mischen.

Wolken, Ausblühungen und andere Probleme

Bei farbigem Beton treten einige typische Mängel auf, die sich aber größtenteils vermeiden lassen:

  • Ungleichmäßige Färbung: meist die Folge schwankender Wassermengen, unterschiedlicher Chargen oder zu kurzer Mischzeit.
  • Kalkausblühungen: weißliche Schleier, entstehen, wenn Kalk mit Wasser an die Oberfläche wandert und dort auskristallisiert. Sie fallen auf dunklen Farbtönen besonders auf. Eine gute Nachbehandlung und Schutz vor zu schneller Austrocknung verringern das Risiko.
  • Farbabweichungen zwischen Betonierabschnitten: Hier hilft es, für ein Bauteil denselben Zement, dieselbe Körnung und dieselbe Pigmentcharge zu verwenden.
  • Verschmutzung: Helle, glatte Oberflächen zeigen Schmutz stärker. Eine Imprägnierung kann die Reinigung erleichtern.

Farbige Putze und Beschichtungen

Auch bei Putzen gibt es durchgefärbte Systeme. Sie werden entweder werkseitig getönt oder auf der Baustelle abgetönt. Bei Kalk- und Zementputzen gelten dieselben Grundsätze wie beim Beton: alkalibeständige Pigmente, gleichmäßige Dosierung, einheitliche Chargen. Wer nachträglich streicht, sollte darauf achten, dass die Beschichtung diffusionsoffen bleibt, damit der Putz Feuchtigkeit abgeben kann.

Mit Musterflächen verringert man die Unsicherheit erheblich. Ein Probefeld von etwa einem halben Quadratmeter, im gleichen Material, mit gleicher Oberfläche und unter gleichen Aushärtebedingungen angefertigt, zeigt den späteren Farbton zuverlässiger als jede Farbkarte. Wichtig: erst im ausgetrockneten Zustand beurteilen, denn feuchter Beton wirkt dunkler.

Praktische Empfehlungen für Handwerksbetriebe

  • Rezeptur und Chargennummern jeder Mischung dokumentieren.
  • Für zusammenhängende Flächen das Material in einem Zug beschaffen.
  • Vor dem Einsatz ein Muster anlegen und vom Auftraggeber abnehmen lassen.
  • Staubschutz beim Umgang mit Pigmentpulvern und Zement beachten.

Wer diese Punkte einhält, erhält farbige Betonoberflächen und Putze, die lange gleichmäßig wirken und im Alltag wenig Pflege brauchen.

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